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PHOTOGRAPHIEN
"IN DER STILLE"
 
 
Orte der Stille
Magie des Lichts
monoKultur

Photographien von Wolfgang Rupprecht
 
 
Samstag, 14. September bis Donnerstag, 3. Oktober
KURFÜRSTLICHES GÄRTNERHAUS
Beethovenplatz 1, 53115 Bonn
 
 
 
 
 
 
Vom 14. September bis 3. Oktober zeigt der Eitorfer Photograph Wolfgang Rupprecht im Kurfürstlichen Gärtnerhaus in Bonn unter anderem Arbeiten aus seiner Bildreihe "In der Stille". Die Motive stammen überwiegend aus der Region.

Zum Hintergrund seiner Werkreihe erklärt der Künstler: 
"Heutzutage arbeiten und leben viele Menschen in ständiger und belastender Anspannung. Auch in ihrer sogenannten Freizeit sind sie einer aufdringlichen Bilderflut und penetranten Hörereignissen ausgesetzt. Sie können gar nicht mehr innehalten und zur Ruhe kommen, um sich zu erholen. Mit meinen Bildern möchte ich einen Gegenpol zum hektischen Alltag setzen, einen visuellen Raum für Ruhe, Stille und Geborgenheit schaffen."

Viele Menschen wünschen sich diesen Moment der Ruhe, der Stille. Aber Stille ist mehr als die Abwesenheit von Geräuschen. Auch ist die Sehnsucht des Menschen nach Stille keine neuzeitliche Erscheinung, sondern so alt wie die Menschheit.
 
 
 
 
 
Beim Betrachten der Photographien von Wolfgang Rupprecht fällt auf: Seine poetischen Landschaftsbilder kommen fast gänzlich ohne den Menschen aus. Und doch scheint der Mensch in seinen Bildern präsent: Der Künstler zeigt uns Sehnsuchtsbilder, die zum Verweilen einladen, bietet Rückzugsräume an. Die Aufnahmen spiegeln die wechselnden Stimmungen der Natur wider und vermitteln ein besonders ästhetisches Erleben von Stille.

Mit seinen schwarz-weißen Photographien setzt Rupprecht bewusst einen Gegenpol zu der lauten und aufdringlichen Bilderflut, die im hektischen Alltag auf uns einwirkt. Gerade diese Reduzierung konzentriert den Blick des Betrachters auf das Wesentliche, auf die Stille, und eröffnet vielschichtige Perspektiven zur Entdeckung dieses großen Geheimnisses.
 
 
 
 
 
Seine Motive findet der Photograph meist in seiner Heimat an der Sieg oder im regionalen Umfeld. So kann er zu den passenden Lichtverhältnissen schnell vor Ort sein. Es gibt für ihn Orte, die ihn so faszinieren und tief emotional bewegen, dass er immer wieder dorthin zurückkehrt, so zum Beispiel zu einer sehr alten Baumallee. "Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl", singt Herbert Grönemeyer.

Zu sehen sind Bilder, die besondere Orte zeigen, an denen man zu jeder Zeit Ruhe und zu sich selbst finden und Kraft schöpfen kann (Orte der Stille). Andere Bilder verweisen auf sonst eher belebte, vielleicht auch laute Orte, die aber zu bestimmten Tages- oder Jahreszeiten Erholung beziehungsweise ein besinnliches Verweilen ermöglichen (Zeit der Stille).

Neben den "stillen" Landschaftsbildern werden Portraits alter Bäume gezeigt. Diese greifen die Sympathie vieler Menschen zu charaktervollen Bäumen auf (Freunde in der Stille), die oft in unmittelbarer Nachbarschaft verwurzelt sind. Gerade, wenn sie selber stark in Mitleidenschaft gezogen sind, geben sie uns ein Beispiel für Kraft und Lebenswillen. "Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume!" (Günter Eich)
 
 
 
 
 
Sind die "Bilder der Stille" in fein differenziertem Schwarzweiß gehalten, werden diese wunderbar ergänzt durch dezente Farbbilder der Serie "Magie des Lichts". Diese repräsentieren eine andere Seite der Stille, ein staunendes oder gar ehrfürchtiges Betrachten von Naturschauspielen, die uns oft ganz klein erscheinen lassen. Magische, fast mystische Lichtstimmungen wechseln mit zauberhaften Farbspielen: Eine beruhigende Entspannungsreise für die Augen des Betrachters.
 
 
 
 
 
Passend zum Thema "Stille" präsentiert der Künstler ergänzend eine Reihe Bilder seiner Serie "monoKultur". Was zunächst befremdlich erscheint, beleuchtet eine ganz andere Seite von "Stille". Die Bilder beschreiben die negativen Seiten des menschlichen Handelns in allen Lebensbereichen.
 
 
 
 
 
So wird unter anderem das aktuelle Thema "Verlust der Artenvielfalt" aufgegriffen: Vom Menschen geprägte oder geschaffene, scheinbar idyllische Natur- und Kulturlandschaften, die in Wirklichkeit monoton und lebensfeindlich sind. "Sargkammern für die Artenvielfalt", wie Wolfgang Rupprecht sie angesichts des dramatischen Insektensterbens bezeichnet.

Um alles maschinengerecht und effizient zu machen, werden tonnenweise Pestizide versprüht. Insektizide töten nicht nur die vermeintlichen Schädlinge, sondern wirken verheerend auf alle Insekten ohne Unterschied. Und Herbizide vernichten alle Beikräuter und Wildblumen und damit die Lebensgrundlage auch der Insekten, die vielleicht noch überlebt haben. Ohne Insekte aber gibt es auch keine Vögel. Die Folge sind "schöne, grüne" Räume – (Toten)Stille ohne das Summen von Insekten und das Zwischern der Vögel.
 
 
 
 
Alle Bilder: (c) Wolfgang Rupprecht
 
 
 
 
PHOTOGRAPHIEN
"IN DER STILLE"
 
 
Samstag, 14. September bis Donnerstag, 3. Oktober
(Dienstag bis Freitag, 15 bis 18 Uhr; Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr)

KURFÜRSTLICHES GÄRTNERHAUS
Beethovenplatz 1, 53115 Bonn

Weitere Informationen auf www.wrphoto.de